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In stillem Gedenken an Eckhard Claaßen
6. Dan Aikido | 1938 – 2026
Mit tiefer Betroffenheit haben wir die Nachricht erhalten, dass Eckhard Claaßen im Alter von
88 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert die Aikido-Gemeinschaft nicht nur einen Pionier und
Meister, sondern vor allem eine „treue Seele“, die über Jahrzehnte hinweg das Fundament
unseres Aikidos in Hamburg und darüber hinaus geprägt hat.
Ein Leben im Zeichen des Budo
Eckhards Weg auf der Matte begann bereits 1965 in der Budo-Schule Nippon. Seine
Verbundenheit zur Hamburger Turngesellschaft Barmbeck-Uhlenhorst (HTBU) festigte sich im
Jahr 1973, als er bereits als Grüngurt die Verantwortung für das Training übernahm. Nach der
Erlangung seines 1. Dan im Jahr 1975 entwickelte er sich zu einer tragenden Säule des
Verbandswesens. Sein Engagement reichte weit über die Grenzen Hamburgs hinaus:
- Technisches Wirken: Ab 1984 war er Mitglied der
Technischen Kommission des DAB. - Verantwortung: Von 1986 bis 2001 war er verantwortlich
als DAB-Bundesreferent für Prüfungswesen. - Aufbauarbeit: Nach der Wende leistete er zusammen
mit Roger Zieger Pionierarbeit beim Aufbau des DAB-Aikido
in den neuen Bundesländern. - Hamburger Wurzeln: Als Mitbegründer und langjähriges
Vorstandsmitglied des AVHH leitete er über Jahre das
Zentraltraining und erreichte schließlich die Graduierung zum 6. Dan.
Lehrer mit Herz und Klarheit
Eckhard wurde von seinen Schülern als ein Mensch mit „rauer Schale und weichem Kern“
geschätzt. Sein Aikido war wie sein Wesen: klar, ehrlich und schnörkellos. Er war ein strenger
Lehrer, der jedoch stets ein offenes Ohr für die Lebensfragen seiner Schüler hatte und ihnen ein
treuer Begleiter war. Unvergessen bleibt seine Beständigkeit und sein Humor – bis heute wirkt
sein Einfluss in den Grundtechniken in der HTBU fort.
Der Abschied eines Meisters
Trotz gesundheitlicher Rückschläge nach einem Schlaganfall im Jahr 2013 blieb er seinem Weg
treu, auch wenn er die Leitung des Trainings zunehmend in die Hände von Agnes Schröder und
Werner Lättig übergab.
Seinen letzten Besuch in der HTBU-Halle hatte Eckhard im Jahr 2022. Er verabschiedete sich
persönlich von seinen Schülern und übergab symbolisch seine Aikido-Waffen an seine
Nachfolgerin Agnes Schröder. Es war der Abschluss eines langen Weges, den er mit
Aufrichtigkeit und Hingabe beschritten hatte.
Wir verneigen uns vor einem großen Aikidoka und einem wunderbaren Menschen.
Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.
In Dankbarkeit, Deine Schüler und Weggefährten der HTBU
Der Bundeslehrgang Aikido am 26. und 27.04. war ein eindrucksvolles Event, bei dem der Bundestrainer Hubert Luhmann das Programm für den 2. und 3. Dan präsentiert hat. Insgesamt nahmen knapp 60 Aikidoka daran teil, darunter auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bayern und Baden-Württemberg, was die überregionale Vielfalt noch unterstrich. Der Lehrgang war eine Erfahrung, die durch eine harmonische Mischung aus Freundlichkeit, Entspannung und hoher Konzentration geprägt war. Die Atmosphäre im Dojo war von einem angenehmen Miteinander und gegenseitigem Respekt getragen, was allen Praktizierenden Raum gab, sich wohlzufühlen und voll auf die Techniken einzulassen.
Die Matte war sehr gut gefüllt, was die große Begeisterung und das Interesse an diesem Lehrgang widerspiegelte. Die Technik, die vom Bundestrainer vermittelt wurde, zeichnete sich durch ihre Schnörkellosigkeit und Effizienz aus. Jede Übung überzeugte durch ihre Klarheit und Effektivität, was den hohen Anspruch an Qualität und Präzision verdeutlichte.
In manchen Einheiten wurden die Teilnehmerinnen in zwei Gruppen aufgeteilt, was den Trainierenden die Möglichkeit bot, noch mehr Details zu sehen und sich individuell auf die eigene Technik zu konzentrieren. Diese Struktur förderte den intensiven Austausch und die Weiterbildung auf hohem Niveau. Trotz der entspannten Grundstimmung herrschte während des Lehrgangs eine spürbare Hochkonzentration, die den Fokus auf die Präzision und die Feinheiten der Bewegungen lenkte. Besonders erfreulich war, dass der Trainer gegen Ende des Lehrgangs die Möglichkeit nutzte, seine „Schatzkiste“ an Techniken des Umgangs mit dem Bokken ein wenig zu öffnen. Diese Einheit bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit neben den thematisch obligaten Waffen Jo und Tanto, die Verbindung zwischen den Aikido-Techniken und den traditionellen Waffen zu vertiefen und das Verständnis für die Harmonie zwischen Körperbewegung und Waffengefühl zu stärken.
Abgerundet wurde der Lehrgang am Samstagabend durch ein gemeinsames Essen, bei dem Teilnehmerinnen und Teilnehmer in entspannter Atmosphäre Gespräche führen konnten. Dieses gesellige Beisammensein förderte den Austausch von Erfahrungen, Techniken und persönlichen Eindrücken und trug dazu bei, den Zusammenhalt innerhalb der Aikido-Gemeinschaft weiter zu stärken.
Ein weiterer Pluspunkt war das großartige Unterstützungsteam aus der Aikido Gruppe des Walddörfer Sportvereins, das den Lehrgang durch Organisation, Betreuung und Motivation bereicherte. Gemeinsam wurde eine anregende Lernumgebung geschaffen, in der der Spaß am Training stets im Vordergrund stand. Hier macht sich die Erfahrung deutlich merkbar, die diese Gruppe in der Ausrichtung von Bundes-, Landes-, Vereins- und Prüfungslehrgängen gesammelt hat. Daher noch einmal ein herzliches Dankeschön!
Insgesamt war der Bundeslehrgang eine gelungene Veranstaltung, die nicht nur die technischen Fähigkeiten förderte, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl und die Freude am Aikido in den Mittelpunkt stellte. Er stellte eine hervorragende Gelegenheit dar, die fortgeschrittenen Techniken des Aikido zu vertiefen, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und neue Impulse für das eigene Training zu gewinnen.
Leve Gröte un bet anner Mol in Hamborg!
Joachim Eiselen, WSV Hamburg
An einem fast schon frühsommerlichen Freitag im April machte sich eine kleine Gruppe unermüdlich den Horizont erweiternder Aikidoka aus Hamburg auf den Weg in den fernen Osten (na gut, Berlin), um bei Yoko Okamoto, 7. Dan Aikikai aus dem noch viel ferner im Osten liegenden Japan Aikido zu trainieren.Yoko Okamoto verstand es, kompakt zu arbeiten, sodass nur bei vereinzelten Techniken in zwei Gruppen trainiert wurde. Sie zeigte und verbalisierte, worauf sie Wert legt und ließ uns darüber hinaus immer wieder im direkten Training mit ihr spüren, wie sie über die indirekte Führung von Ukes Ellenbogen auf das Zentrum einwirkt.
Autor: Svenja S.
Foto: Karen J.
Nun war es also endlich soweit. Der große Prüfungstag war gekommen und es sollte sich zeigen, ob sich die teilweise jahrelange intensive Vorbereitung auszahlen würde.
Am 5. Oktober 2024 fanden hochkarätige Dan-Prüfungen unter den wachsamen Augen der Prüfer Roland Nemitz (7. Dan), Ulrich Schümann (7. Dan) und Claus-Dieter Sonnenberg (6. Dan) sowie zwei Anwärtern für die Prüferlizenz in den Räumlichkeiten des Bramfelder Sportvereins statt. Hochkarätig? Aber ja!
Neben jeweils einer Prüfung auf den 1. Dan, 3. Dan und 4. Dan durften sich die mitgereisten Familienmitglieder, Freunde und Weggefährten auf gleich drei Prüfungen zum 5. Dan freuen.
Bereits im Rahmen der detaillierten Überprüfungen wurden Unterschiede in der Schwerpunktsetzung und Ausführung der Techniken je nach Dojo des Prüflings sichtbar. Dynamische Phasen wechselten sich mit ruhigeren ab.
Weiterhin zeigte sich deutlich, welchen Einfluss die Kondition, Konstitution und das Angriffsverhalten Ukes auf die äußere Wirkung einer Technik haben. Es ließen nicht nur bei einigen Uke die Kräfte nach, auch in Verkettungen war im Angriff der Prüflinge die körperliche und mentale Höchstleistung zu erahnen.
Abwechslungsreich wurden Techniken mit und gegen Jo, Tanto und Bokken gezeigt.
Zitterte zu Beginn einiger Prüfungen noch die eine oder andere Hand vor Aufregung, war spätestens im abschließenden Randori wieder die pure Freude am Aikido in den Gesichtern zu erkennen und die Bewegungen wurden wieder entspannt und frei.
Herzliche Glückwünsche an Markus Griebel (1. Dan, tus BERNE), Alexander Warninck (3. Dan, Aikido-Verein Hannover), Markus Möller (4. Dan, Walddörfer Sportverein Hamburg), Jochen Richter (5. Dan, Barmbeker Kraftsportvereinigung) und Andreas Kalbitz (5. Dan, Bramfelder Sportverein)!
Lieber Andreas, wir Aikido-BSVler gratulieren dir von Herzen zur bestandenen Prüfung!
Nicht unerwähnt bleiben soll das Dankeschön an die zahlreichen Helfer bei der Herrichtung des Prüfungsraumes und an die großzügigen Büffet-Spender.
Text: Svenja Stürmer
Fotos: Karen Jakuszeit
